Wenn man zwischen Zeilen liest und daraus ein Musical wird
Sechs Monate, zwei Wochen und ein Tag – so lange hat es gedauert, bis das Musical von Nikola Schlemmer auf die Bühne gebracht wurde.
Wenn man Magdalena Karabaic fragt, schaut das Ganze folgendermaßen aus: Frau Schlemmer liegt am Strand mit einem Cocktail in der Hand, Laptop auf ihrer gebräunten Haut, pinker Bikini, mit Sonnenbrille auf einer Liege. Ein leichter Windhauch flüstert ihr die Ideen zu…
Die Realität sah allerdings etwas anders aus. Nikola Schlemmer begann bereits im Sommer 2024 mit den ersten Konzepten für das Musical – in weniger tropischer Umgebung und mit deutlich weniger Cocktail. Die Muse ließ sich allerdings Zeit, sodass im Urlaub vor allem gebrainstormt wurde. Erst im Herbst nahm das Projekt richtig Fahrt auf, als die Probenarbeiten mit den beiden Musikklassen begannen.
Ein Musical voller Vielfalt – von der Idee zur Premiere
Das Besondere an diesem Musical? Schlemmer hat nicht nur die Idee gehabt, sondern auch das Stück, das Drehbuch, die gesamte Musik selbst geschrieben, sowie Ideen zum Bühnenbild geliefert. Ein Mammutprojekt – immerhin mussten 48 Schüler*innen, darunter drei mit sonderpädagogischem Förderbedarf, auf der Bühne eingebunden werden. Keine leichte Aufgabe. Doch mit Optimismus, Motivation und einer guten Portion Geduld führten die Musiklehrer*innen der 4. Klassen, Frau Vorraber, Herr Mauerhofer und Frau Schlemmer die jungen Darsteller*innen durch das Abenteuer.
Schon die erste große Nummer, ‚W.E.R.? – Wilde Eröffnungs-Runde‘, zeigte das geballte Talent der Beteiligten. Im Laufe des Musicals wurden in Stücken wie ‚KAN PLAN‘, ‚unbenennbar‘ und ‚KA GFÜHL‘ starke Emotionen auf die Bühne gebracht.
Auch beim Bühnenbild griffen nicht nur die Schüler*innen tatkräftig an, auch Frau Lugner, Herr Menner und Herr Reithofer steckten viel Herzblut in Planung und Ausführung.
Von Herausforderungen und besonderen Momenten
Natürlich lief nicht alles reibungslos. Es gab technische Herausforderungen mit Videoeinspielern, Probleme mit dem Bühnenbild und Schreibblockaden bei Drehbuch und Musik. Doch mit Durchhaltevermögen und Teamgeist wurden alle Hürden gemeistert. Die Intensivprobenwoche Anfang März mit bis zu acht Stunden Proben täglich sorgte schließlich dafür, dass das Stück zur Perfektion reifte.
Für die Schüler*innen war die Produktion eine unvergessliche Zeit voller lustiger, emotionaler und einzigartiger Erlebnisse. „Das Feedback der Leute war super. Es war sehr schön zu hören, dass die Geschichte und die Musik so berührt haben“, erzählt Sina. Andere genossen vor allem den Backstage-Bereich: „Hinter der Bühne hatten wir immer viel Spaß. Wenn wir warten mussten, konnten wir so viel Kuchen und Pizza essen, wie wir wollten!“, erinnert sich Emily.
Auch die Musik sorgte für Highlights: „Ich habe immer fast zu weinen begonnen, wenn Andi auf der Blockflöte gespielt hat – aber vor Lachen!“, berichtet Lara. Und für manche blieb es auch nach den Vorstellungen spannend: „Zufallsfund Eis im Abstellkammerl“, gibt Adrian preis. „Wir homs holt gessn!“, ergänzt Fiore schulterzuckend.
Ein besonderer Gänsehautmoment war für viele, als die Lieder zum ersten Mal mit den kompletten Arrangements gehört wurden. Die Musik wurde live gespielt, wobei ein großes Ensemble für eine facettenreiche Instrumentierung sorgte: Von Klarinetten und Querflöten über Piano, Strings, Cello, Bass und E-Gitarre bis hin zu Drums und Cajon – und natürlich den berühmt-berüchtigten Kazoos, die für den ein oder anderen Lacher sorgten.
Die Besetzungen waren ebenso vielfältig. Neben beeindruckenden Solostücken gab es gefühlvolle Duette, einen kraftvollen Background-Chor und sogar ein Drumsolo als Begleitung für die Tänze, die mühevoll von Frau Johanna Zöhrer choreografiert wurden. Auch das Stück ‚S-I-S-S-I‘, das erst kurz vor den Intensivproben fertig gestellt wurde, wurde von den betreffenden Solosängerinnen mit viel Motivation eingeübt, gesungen und gespielt. Der große Abschluss mit ‚OVER & OUT‘ ließ schließlich niemanden kalt.
Ein Team wächst zusammen
Neben dem künstlerischen Erfolg bleibt vor allem eines in Erinnerung: der Zusammenhalt. Die Schüler*innen der beiden Musikklassen sind während der Produktion noch enger zusammengewachsen. „Wir sind noch enger als früher zusammengewachsen, auch klassenübergreifend. SO SCHÖN!“, heißt es aus den Reihen der Darsteller*innen.
Johanna: „Viele mussten sehr lachen, wenn die Lehrer*innenbotschaft bei ‚KAN PLAN‘ abgespielt wurde. Frau Klamminger und Frau Trieb haben immer dazu abgeshaked.“
Clara: „Mein Highlight war hinter der Bühne zur Musik zu tanzen! Lara war meine liebste Tanzpartnerin.“
Michi: „Das Beste war meine Oma, die bei ‚KAN PLAN‘ in der zweiten Reihe abgegangen ist wie ein Teenager.“
Anna: „Szene 6 war das lustigste, weil jede*r seine Emotionen rauslassen konnte. Außerdem habe ich mit Matteo, Nikolas, Michi und Luna Salsa, Tango & Walzer getanzt. Luna war meine Tanzpartnerin.“
Leah: „Mir haben am besten die Lieder gefallen, vor allem das letzte: ‚OVER & OUT‘.“
Amalia: „Mein Highlight war ‚KAN PLAN‘, weil wir uns so cool bewegen konnten und auf die Tische klettern konnten.“
Paul: „Das Beste war das Schauspielern generell und natürlich, dass ich zwischendurch am Lichtmischpult sitzen konnte und Herrn Fink zuschauen konnte.“
Am Ende bleibt nicht nur ein großartiges Musical, sondern auch eine unvergessliche Erfahrung, die sowohl auf, als auch hinter der Bühne für Gänsehautmomente gesorgt hat. Und vielleicht bleibt ja doch noch ein bisschen Zeit, um mit einem Cocktail in der Hand und mit allen Helfer*innen auf den Erfolg anzustoßen – dieses Mal verdient.